In der Geschäftswelt sind Preiserhöhungen leider eine unvermeidbare Realität, die Unternehmen häufig vor Herausforderungen stellt. Besonders dann, wenn diese Erhöhungen ohne vorherige Ankündigung oder nachvollziehbare Begründung von Lieferanten und Dienstleistern eingefordert werden. Doch keine Sorge – Sie müssen diese Preissteigerungen nicht einfach hinnehmen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie in nur sechs gezielten Schritten Preiserhöhungen erfolgreich abwehren können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Verhandlungsposition stärken, fundierte Argumente einbringen und eine Lösung finden, die für Ihr Unternehmen vorteilhaft bleibt. Steigern Sie Ihre Verhandlungskompetenz und lernen Sie, wie Sie Ihre Geschäftsbeziehungen langfristig sichern, ohne Ihre Kosten unkontrolliert steigen zu lassen.
Warum lohnt sich das Abwehren von Preiserhöhungen für Unternehmen?
Preiserhöhungen können Unternehmen unter Druck setzen, vor allem, wenn die Preise auf mehreren Ebenen in der Lieferkette steigen. Ob für Rohstoffe, Dienstleistungen oder Fertigprodukte – eine steigende Kostenbelastung führt häufig zu einer Erhöhung des Endpreises und kann somit die Gewinnmargen gefährden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es für Unternehmen entscheidend, Preiserhöhungen durch geschickte Verhandlungen zu vermeiden oder zu minimieren.
Preiserhöhungen gehören daher zu den häufigen Herausforderungen, denen Unternehmen in ihren Geschäftsbeziehungen begegnen. Lieferanten und Dienstleister setzen zunehmend auf Preiserhöhungen, die häufig mit allgemeinen oder vagen Argumenten begründet werden. Es ist jedoch möglich, diese Forderungen erfolgreich abzuwehren – mit einer strukturierten Verhandlungsstrategie und durch gezielte Argumentation.
Wie Sie in nur 6 Schritten Preiserhöhungen erfolgreich abwehren
Es gibt mehrere Methoden, um eine Preiserhöhung abzuwehren. Wichtig dabei ist, die Verhandlungsposition gegenüber dem Lieferanten zu stärken und fundierte Argumente anzubringen. Mit folgenden sechs Schritten können Sie erfolgreich Preiserhöhungen abwehren:
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
Hinterfragen Sie die Argumente
Fragen Sie nach Gegenmaßnahmen
Stellen Sie ein schriftliches Antwortschreiben auf
Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft
Fordern Sie konkrete Verhandlungen ein
Infografik: Preiserhöhung abwehren – so wehren Sie in nur sechs Schritten Preiserhöhungen erfolgreich ab!
Preiserhöhung abwehren Schritt 1: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
Eine der gängigsten Methoden, die Lieferanten oder Dienstleister verwenden, um Preiserhöhungen durchzusetzen, ist die Erzeugung von Zeitdruck. Dies geschieht oft durch eine überraschende Ankündigung der Preiserhöhung, die angeblich aufgrund kurzfristiger Kostenerhöhungen oder unvorhersehbarer Marktentwicklungen notwendig wird. Häufig wird eine Frist gesetzt, die Ihnen wenig Spielraum lässt, um sich mit der Forderung auseinanderzusetzen oder eine fundierte Entscheidung zu treffen.
In solchen Fällen ist es entscheidend, dass Sie sich nicht unter Druck setzen lassen und die Situation mit Bedacht und Weitsicht angehen. Preiserhöhungen, die ohne ausreichende Vorankündigung oder Begründung kommen, sind nicht immer gerechtfertigt, und eine vorschnelle Zustimmung könnte zu höheren Kosten führen, die sich langfristig negativ auf Ihr Unternehmen auswirken.
Tipp: Wie Sie mit Zeitdruck als Druckmittel für Preiserhöhungen umgehen
Fragen Sie Ihren Lieferanten oder Geschäftspartner gezielt, warum die Preiserhöhung so kurzfristig angekündigt wird und auf welche konkreten Entwicklungen er sich stützt. In der Praxis stellen Sie oft fest, dass die Gründe für die Preiserhöhung nicht so zwingend sind, wie sie zunächst erscheinen. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht einfach mit der Aussage abspeisen lassen, dass eine Erhöhung „dringend notwendig“ sei. Nehmen Sie sich Zeit, um die Begründung der Preissteigerung zu hinterfragen und prüfen Sie, ob diese wirklich auf objektiven und nachvollziehbaren Gründen basiert.
Preiserhöhung abwehren Schritt 2: Hinterfragen Sie die Argumente
Wenn ein Lieferant eine Preiserhöhung fordert, ist es wichtig, die vorgebrachten Argumente genau zu überprüfen. Viele Lieferanten versuchen, Preiserhöhungen mit allgemeinen oder vagen Aussagen zu rechtfertigen, wie etwa „steigende Rohstoffpreise“, „höhere Produktionskosten“ oder „gestiegene Transportkosten“. Diese Begriffe können auf den ersten Blick überzeugend wirken, bieten aber meist wenig konkreten Aufschluss darüber, wie stark und warum sich die Kosten konkret für Ihr Geschäft verändert haben.
Tipp: detaillierte Kostenaufstellung der Preiserhöhung anfordern
Verlangen Sie eine detaillierte Kostenaufstellung. Ein seriöser Lieferant sollte in der Lage sein, Ihnen eine detaillierte Breakdown-Liste zu liefern, die angibt, wie viel jeder einzelne Faktor zu den Preissteigerungen beiträgt. Diese Aufschlüsselung sollte nicht nur Prozentsätze umfassen, sondern auch absolute Zahlen, die die Auswirkungen der einzelnen Faktoren verdeutlichen.
Wenn der Lieferant nicht in der Lage ist, eine detaillierte Aufstellung zu liefern oder wenn die vorgebrachten Argumente nicht den gewünschten Nachweis erbringen, dann können Sie in Ihrer Antwort deutlich machen, dass eine Preiserhöhung in dieser Form für Ihr Unternehmen nicht akzeptabel ist. Dies verschafft Ihnen nicht nur Verhandlungsspielraum, sondern stärkt Ihre Position in den kommenden Gesprächen.
Preiserhöhung abwehren Schritt 3: Fragen Sie nach Gegenmaßnahmen
Wenn ein Lieferant eine Preiserhöhung ankündigt, ohne zu erläutern, welche Maßnahmen er ergriffen hat, um diese Erhöhung zu verhindern oder abzumildern, kann das als Zeichen für mangelnde Effizienz oder Innovationsbereitschaft gewertet werden. Ein wichtiger Schritt, um eine Preiserhöhung abzuwehren, ist daher, gezielt nach den Maßnahmen zu fragen, die der Lieferant oder Dienstleister unternommen hat, um die steigenden Kosten zu kompensieren oder die Auswirkungen auf die Preisgestaltung zu reduzieren. Wenn ein Lieferant keine ausreichenden Maßnahmen vorweisen kann oder diese nicht glaubhaft erklärt, haben Sie gute Chancen, die Preiserhöhung abzulehnen oder zumindest zu reduzieren.
Tipp: Wie gezielt nach Maßnahmen gegen eine Preiserhöhung fragen
Stellen Sie Fragen wie:
„Welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen, um die gestiegenen Kosten zu reduzieren oder zu optimieren?“
„Könnten Sie bitte erläutern, welche Schritte Sie unternommen haben, um die Kosten in der Produktion oder im Transport zu senken?“
Diese Fragen zielen darauf ab, herauszufinden, ob der Lieferant bereit ist, proaktiv zu handeln, anstatt nur auf gestiegene Kosten zu reagieren. Achten Sie darauf, dass der Lieferant nicht mit vagen Aussagen oder allgemeinen Behauptungen kommt, wie „Wir haben versucht, unsere Kosten zu senken“. Fordern Sie konkrete Zahlen und Fakten an, die belegen, dass die ergriffenen Maßnahmen erfolgreich waren und dass eine Preiserhöhung daher nicht zwingend erforderlich gewesen wäre.
Wenn beispielsweise Investitionen in Automatisierung getätigt wurden, verlangen Sie eine konkrete Darstellung, wie sich diese Investitionen auf die Produktionskosten ausgewirkt haben. Wenn Optimierungen in der Lieferkette vorgenommen wurden, bitten Sie um eine detaillierte Erklärung, wie diese Veränderungen zu einer Reduktion der Gesamtkosten geführt haben. Wenn der Lieferant keine überzeugenden Belege liefern kann, haben Sie ein starkes Argument in der Hand, um die Preiserhöhung abzulehnen.
Preiserhöhung abwehren Schritt 4: Stellen Sie ein schriftliches Antwortschreiben auf
Nachdem Sie die Preiserhöhungsforderung und die dahinterstehenden Argumente genau geprüft haben, sollten Sie Ihre Stellungnahme formulieren. Eine schriftliche Antwort hilft, Ihre Position klar zu definieren und alle relevanten Punkte sachlich darzulegen. Setzen Sie ein formelles Antwortschreiben auf, in dem Sie die Preiserhöhung ablehnen und die vorgebrachten Argumente genau hinterfragen.
Tipp: Nutzen Sie das Preisabwehrschreiben effektiv in der Preisverhandlung
Das Preisabwehrschreiben ist Ihre formelle Antwort auf eine Preiserhöhung, die von einem Lieferanten oder Dienstleister gefordert wird. Es dient einerseits dazu, die Preiserhöhung abzulehnen und anderseits dazu, die im Schreiben des Geschäftspartners genannten Argumente sachlich zu hinterfragen.
Das Ziel eines Preisabwehrschreibens ist es, den Lieferanten dazu zu bewegen, die Preiserhöhung zu überdenken oder zumindest zu reduzieren. Durch sachliche Argumente und eine gut begründete Ablehnung können Sie Ihre Verhandlungsposition stärken und eine mögliche Preissteigerung entweder verhindern oder in einem für Sie akzeptablen Rahmen halten.
Wichtig ist, dass Sie während der gesamten Kommunikation professionell und lösungsorientiert bleiben. Ein gut formuliertes Preisabwehrschreiben trägt nicht nur zur Kostenkontrolle bei, sondern stärkt auch Ihre Beziehung zu den Lieferanten, indem es zeigt, dass Sie aktiv und kompetent in den Verhandlungen sind.
Preiserhöhung abwehren Schritt 5: Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft
Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlung über Preiserhöhungen ist, den Gesprächspartner nicht nur in eine defensive Position zu drängen, sondern auch die Bereitschaft zu zeigen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Wenn Sie in Ihrem Schreiben auf die Forderung nach einer Preiserhöhung reagieren, kann es sehr hilfreich sein, nicht nur abzulehnen, sondern zugleich Gesprächsbereitschaft zu signalisieren und eine Lösung anzubieten, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dies zeigt dem Lieferanten, dass Sie an einer langfristigen Geschäftsbeziehung interessiert sind, aber auf faire Konditionen bestehen.
Tipp: Zeigen Sie Verständnis für die Situation des Lieferanten
Indem Sie sich offen für Gespräche zeigen, signalisieren Sie auch, dass Sie die Situation des Lieferanten verstehen und dass es möglich ist, auf eine Art und Weise zu verhandeln, die die negativen Auswirkungen der Preiserhöhung auf Ihr Unternehmen minimiert, ohne die wirtschaftliche Situation des Lieferanten außer Acht zu lassen. Gleichzeitig können Sie durch diese Geste Ihre eigene Verhandlungsposition stärken und als konstruktiver Partner auftreten.
Preiserhöhung abwehren Schritt 6: Fordern Sie konkrete Verhandlungen ein
Ein entscheidender Schritt bei der Abwehr einer Preiserhöhung ist es, die Forderung nach einem persönlichen Gespräch oder einer konkreten Verhandlung einzufordern. Wenn Sie mit einem Lieferanten oder Dienstleister über eine Preiserhöhung sprechen, ist es wichtig, nicht nur schriftlich zu widersprechen, sondern auch die Gelegenheit zu nutzen, eine direkte Verhandlung zu führen. Eine Preiserhöhung ist oft nicht in Stein gemeißelt, und ein Gespräch bietet die Möglichkeit, flexiblere oder für beide Seiten vorteilhaftere Bedingungen zu finden.
Tipp: Strategien für konstruktive Verhandlungen bei Preiserhöhungen
Starten Sie das Gespräch, indem Sie Ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit betonen und Ihr Interesse an einer langfristigen Geschäftsbeziehung unterstreichen. Ziel ist es, eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung zu finden, was die Verhandlungen in eine konstruktive Richtung lenkt.
Wenn die Preiserhöhung grundsätzlich gerechtfertigt erscheint, aber zu hoch oder zu schnell umgesetzt werden soll, schlagen Sie eine gestaffelte Preiserhöhung vor. Dies hilft, die Kosten für Ihr Unternehmen über einen längeren Zeitraum hinweg zu verteilen.
Zudem kann eine Preiserhöhung durch das Angebot einer langfristigen Geschäftsvereinbarung abgefedert werden. Schlagen Sie vor, stabile Preise oder günstigere Konditionen für größere Bestellmengen zu verhandeln. Dies schafft einen verlässlichen Rahmen für zukünftige Bestellungen und kann die Preissteigerung für beide Seiten akzeptabel gestalten.
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